Tipps – Kündigung des Girokontos wegen angehobener Gebühren

Die wichtigsten Infos und Tipps zur Kündigung des Girokontos wegen angehobener Gebühren  

Heutzutage ist ein Girokonto praktisch ein Muss und die Grundvoraussetzung für die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben. Schließlich wird der überwiegende Teil aller Zahlungen bargeldlos abgewickelt, angefangen bei Lohn, Gehalt, Rente oder staatlichen Sozialleistungen über Miete, Strom, Telefon und Versicherungsbeiträge bis hin zu diversen Rechnungen.

Während die grundsätzlich angebotenen Leistungen im Zusammenhang mit einem Girokonto im Wesentlichen identisch sind, kann es im Hinblick auf die Konditionen aber teils erhebliche Unterschiede geben. So bieten einige Banken das Girokonto kostenfrei an, andere Banken hingegen stellen für Grundgebühren, Buchungen und Bankkarten monatliche Kosten von 15 Euro und mehr in Rechnung.

Hinzu kommt, dass in letzter Zeit mehrere Banken und Sparkassen Änderungen der Konditionen angekündigt haben, was für die meisten Kunden letztlich höhere Gebühren bedeutet. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, eine angekündigte Änderung zum Anlass zu nehmen, um sich über die Angebote anderer Anbieter zu informieren und möglicherweise zu wechseln.

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Infos und Tipps zur Kündigung des Girokontos wegen angehobener Gebühren zusammen und stellt einen Musterbrief für die Kündigung zur Verfügung: 

Änderungen der Geschäftsbedingungen sind grundsätzlich zulässig.

Bei dem Vertrag, den ein Bankkunde mit seiner Bank oder Sparkasse schließt, handelt es sich um einen sogenannten Zahlungsdienstevertrag. Dieser bildet den Rahmen für die Leistungen der Geldhäuser bei Zahlungsdiensten wie beispielsweise Überweisungen, Lastschriften und anderen Buchungen. Nach § 675g BGB ist es möglich, einen solchen Vertrag zu ändern.

Der Kunde muss aber spätestens zwei Monate, bevor die Änderungen wirksam werden, über die Änderungen informiert werden. Widerspricht der Kunde den angekündigten Änderungen innerhalb dieser zweimonatigen Frist nicht, gilt dies als stillschweigende Zustimmung.

Voraussetzung hierfür ist zwar, dass die AGB entsprechende Klauseln zu dieser Vorgehensweise enthalten, dies ist aber bei nahezu allen Banken und Sparkassen der Fall. Die Änderungen können dabei recht unterschiedlich ausfallen.

So ist beispielsweise möglich, dass die Kontoführungsgebühren insgesamt angehoben werden oder Konten künftig nur noch dann kostenfrei sind, wenn monatliche Geldeingänge in einer bestimmten Höhe eingehen oder ein gewisses Guthaben vorhanden ist. Daneben können die Entgelte für einzelne Zahlungsdienste erhöht oder alte Kontomodelle abgeschafft und stattdessen neue Kontomodelle eingeführt werden.    

Infos und Tipps zur Kündigung des Girokontos

Ein Bankkunde kann sein bestehendes Girokonto in aller Regel jederzeit kündigen und für die Kontoauflösung dürfen keine Gebühren verlangt werden. Sofern eine Kündigungsfrist vereinbart ist, darf diese maximal einen Monat betragen. Insgesamt ist ein Wechsel zwar weit weniger kompliziert als oft gedacht, allerdings sollten ein paar Punkte beachtet werden.

In der Praxis hat es sich bewährt, folgende vier Schritte einzuhalten:

1.       Zunächst sollte sich der Kunde überlegen, welche Punkte für ihn besonders wichtig sind. Legt der Kunde Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner und die Betreuung in einer Geschäftsstelle, ist für ihn eine Bank mit Filialnetz die richtige Wahl.

Erledigt der Kunde seine Bankgeschäfte hauptsächlich per Computer und Telefon, ist er mit einer Direktbank gut beraten, die oft auch etwas kostengünstigere Konditionen anbietet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bargeldversorgung.

So sollten in der näheren Umgebung möglichst viele Automaten zur Verfügung stehen, an denen Geld kostenfrei abgehoben werden kann, und auch im Ausland sollte sich der Kunde problemlos mit Bargeld eindecken können. Daneben können weitere Leistungen von Bedeutung sein, beispielsweise eine zum Konto gehörende Kreditkarte.

2.       Steht fest, was der Kunde braucht und möchte, sollte er die Angebote verschiedener Anbieter miteinander vergleichen.

Beim Vergleich der Konditionen spielen neben den Kosten auch Kriterien wie die Serviceleistungen oder die Bedingungen für einen Dispositionskredit eine Rolle. Ratsam ist übrigens auch, mit der bisherigen Hausbank zu sprechen, denn oft gibt es hier durchaus Spielraum für ein attraktiveres Angebot.

3.       Ist ein passendes Angebot gefunden, sollte das neue Girokonto eingerichtet werden. Hierzu gehört vor allem, diejenigen zu informieren, die regelmäßig Einzahlungen oder Abbuchungen vornehmen, also unter anderem der Arbeitgeber, der Vermieter, der Energieversorger, der Telekommunikationsanbieter und die Versicherungen.

Außerdem sollten eingerichtete Daueraufträge gelöscht und für das neue Konto eingerichtet werden. Die meisten Banken bieten in diesem Zusammenhang einen sogenannten Umzugsservice an, so dass sich der Aufwand meist in Grenzen hält.

4.       Laufen alle Geldgeschäfte über das neue Girokonto, kann das alte Konto gekündigt werden. Eine zu voreilige Kündigung des alten Girokontos ist nicht ratsam, denn Rücklastschriften und nicht ausführbare Buchungsvorgänge sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch Zusatzkosten verursachen.

Als grobe Faustregel gilt daher, dass eine Übergangsfrist von drei Monaten eingehalten werden sollte, während der das neue und das alte Konto parallel geführt werden.

Die Kündigung selbst bedarf der Schriftform und muss von allen Kontoinhabern unterschrieben sein. Ein kurzes, formloses Schreiben reicht allerdings völlig aus, die Angabe von Gründen ist grundsätzlich nicht erforderlich.  

Briefvorlage zur Kündigung des Girokontos wegen angehobener Gebühren 

Kontoinhaber
Anschrift 

Bank oder Sparkasse
Anschrift 

Ort, den Datum 

Kündigung meines Girokontos 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

mit diesem Schreiben kündige ich mein bei Ihnen geführtes Girokonto mit den Daten 

Kontonummer: ……………………………………………………
Kontoinhaber: ……………………………………………………. 

zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

(Die Kündigung erfolgt aufgrund der angehobenen Gebühren. Ich war zwar bisher mit ihren Leistungen zufrieden, bin aber nicht bereit, Kontoführungsgebühren in Höhe von …….. Euro zu bezahlen. Nachdem Sie mir auch kein attraktiveres Angebot für ein anderes Kontomodell unterbreiten konnten, habe ich mich zu einem Wechsel entschieden. Von Rückwerbeversuchen bitte ich daher abzusehen.)  

Das auf dem Girokonto bestehende Guthaben überweisen Sie bitte an 

Kontoinhaber: …………………………………..
Kontonummer: ………………………………….
BLZ: …………………..
Name der Bank: ………………………
 

Die zum Konto gehörige EC-/Maestro-Karte lege ich diesem Schreiben in entwerteter Form bei. 

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift Kontoinhaber 

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