Anleitung zum Papier schöpfen

Basteln mit Kindern – Anleitung zum Papier schöpfen 

Papier ist ein Material, das sehr vielseitig verwendet werden kann und wird. So dient es beispielsweise als Schreib- und Malgrund, als Verpackungsmaterial oder als Bastelmaterial. Wie Papier beschaffen ist und wofür es sich am besten eignet, hängt zum einen von den verwendeten Zutaten und zum anderen von der anschließenden Bearbeitung der Oberfläche ab.

Je nach Verfahren und Verwendungszweck ist Papier dann beispielsweise sehr dünn oder eher dick, saugfähig oder feuchtigkeits-abweisend, glatt oder strukturiert und matt oder glänzend. 

Auch wenn der Handel eine immens große Palette an unterschiedlichen Papieren bereitstellt, so macht es doch auch großen Spaß, Papier selbst zu schöpfen. Das Ergebnis sind dann einzigartige und ganz besondere Papiere. Dabei werden für selbstgeschöpfte Papiere nur sehr wenige und vor allem kostengünstige Materialien benötigt und die Herstellung selbst ist recht einfach. Insofern eignet sich das Papier schöpfen sehr gut auch als Bastelprojekt mit Kindern.

Wie es geht, erklärt die folgende Anleitung:

Benötigte Materialien zum Papier schöpfen

Beim Schöpfen von Papier wird mit viel Wasser gearbeitet. Daher eignet sich dieses Projekt hervorragend für warme Sommertage, wenn draußen gebastelt werden kann. Wer lieber in geschlossenen Räumen arbeiten möchte, sollte Flächen, die besser nicht mit viel Wasser in Berührung kommen sollten, sorgfältig mit Folien oder Planen abdecken. 

Um nun Papier zu schöpfen, werden folgende Materialien und Hilfsmittel benötigt:

·         Papier; geeignet sind prinzipiell alle Arten von Papier, beispielsweise alte Zeitungen, Kopierpapier, Packpapier, Krepppapier, Seidenpapier oder Servietten; die Größe der Papiere spielt keine Rolle.

·         Wasser
·         ein kleineres und ein großes Gefäß aus Kunststoff, beispielsweise Wannen, Eimer oder Schüsseln
·         ein Stabmixer

·         ein Schöpfsieb; Schöpfsiebe gibt es fertig zu kaufen, genauso kann das Schöpfsieb aber auch selbst angefertigt werden; in diesem Fall werden ein alter Holzbilderrahmen oder Holzleisten und ein Fliegengitter oder ein feinmaschiges Drahtgitter benötigt.

·         alte Küchentücher oder Stoffstücke aus Baumwolle oder Leinen; diese sollten etwas größer sein als das Schöpfsieb

·         alte Handtücher
·         ein Nudelholz   

Anleitung zum Papier schöpfen 

Das Schöpfsieb anfertigen.

Wer kein fertiges Schöpfsieb kaufen möchte, kann sich sein Sieb auch ganz einfach selbst basteln. Dazu wird entweder ein ausgemusterter Bilderrahmen verwendet oder ein einfacher Rahmen wird aus Holzleisten gebaut.

Anschließend wird ein Fliegengitter oder ein feinmaschiges Drahtgitter über den Rahmen gespannt und mit Tackernadeln befestigt.    

Die Pulpe herstellen.

Das eigentliche Papierschöpfen beginnt mit der Herstellung der sogenannten Pulpe. Als Pulpe wird der Papierbrei bezeichnet, aus dem das Papier besteht. Für die Herstellung der Pulpe wird das Papier in kleine Schnipsel gerissen. Diese Schnipsel kommen dann in das kleinere, mit Wasser gefüllte Kunststoffgefäß und müssen nun solange in dem Wasser verbleiben, bis sie völlig aufgeweicht sind.

Sobald dies der Fall ist, kommt der Stabmixer zum Einsatz, der die aufgeweichten Papierschnipsel und das Wasser zu einem Brei verwandelt. Wichtig bei der Herstellung der Pulpe ist aber, dass möglichst viel Wasser und möglichst wenig Papier verwendet wird. Je weniger Papier verwendet wird, desto feiner ist der Papierbrei und desto dünner wird später das Papier.

Bei der industriellen Papierherstellung besteht die Pulpe zu rund 99 Prozent aus Wasser. Für selbstgeschöpftes Papier hingegen gibt es letztlich kein allgemeingültiges Rezept, denn es kommt immer auch darauf an, welches Papier verwendet wird. Insofern kann hier durchaus fröhlich experimentiert werden. 

Das Papier schöpfen und gautschen.

Jetzt kommt der spannendste Schritt, denn nun wird das Papier im eigentlichen Sinne geschöpft. Zuerst wird dazu der Papierbrei in das große Kunststoffgefäß gegeben und das Gefäß mit Wasser aufgefüllt. Daneben werden die Handtücher als saugfähige Unterlage ausgelegt und darüber die Baumwoll- oder Leinentücher als Gautschtücher ausgebreitet.

Das Schöpfsieb wird nun in das Kunststoffgefäß getaucht und langsam hin und her bewegt. Durch das Bewegen setzen sich die Papierfasern auf dem Sieb fest und wenn das gesamte Sieb mit Papierfasern bedeckt ist, wird es vorsichtig aus dem Wasser gehoben. Nun muss das Sieb noch etwas über dem Gefäß gehalten werden, damit es abtropfen kann. 

Als nächstes wird das Sieb kopfüber auf die Gautschtücher gelegt, die Papierschicht liegt also auf den Tüchern. Danach folgt der Vorgang, der als gautschen bezeichnet wird. Damit ist gemeint, dass nun ein Großteil des Wassers aus dem Papier gepresst wird.

Dies erfolgt, indem mittels Nudelholz und unter Druck über das Sieb gewalzt wird. Das überschüssige Wasser wird so aus dem Papier herausgedrückt, gleichzeitig löst sich das Papier von dem Sieb. Nun muss das Papier nur noch trocknen.

Dazu wird das Papier am besten mit Wäscheklammern an einer Wäscheleine aufgehängt und sobald es vollständig durchgetrocknet ist, kann es verwendet werden.

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