Tipps gegen dubiose Gewinnmitteilungen

Die wichtigsten Infos und Tipps, um nicht auf dubiose Gewinnmitteilungen hereinzufallen 

Vermutlich freut sich jeder, wenn ihm mitgeteilt wird, dass er etwas gewonnen habe. Mitunter kann sich der angebliche Gewinner zwar nicht daran erinnern, an besagtem Gewinnspiel teilgenommen zu haben, oder er ist sich sogar sicher, nirgends mitgespielt zu haben.

Aber andererseits kann es ja durchaus sein, dass ein Unternehmen im Zuge einer Werbeaktion Gewinne verschenkt.

Außerdem füllen viele mal eben im Vorbeigehen eine Gewinnspielkarte im Supermarkt aus oder nehmen im Zuge der Bestellung per Klick auch gleich an einer Verlosung teil, die der Online-Shop gerade offeriert. Völlig ausgeschlossen ist ein Gewinn also letztlich nicht. Aber häufig handelt es sich bei den Gewinnbenachrichtigungen zwar tatsächlich um Werbemaßnahmen, nur leider nicht zugunsten der vermeintlichen Gewinner.

Täglich werden unzählige Briefe, E-Mails und SMS verschickt oder Anrufe getätigt, mit denen die Empfänger über einen angeblichen Gewinn informiert werden. Das Ziel, das dubiöse Firmen damit verfolgen, besteht entweder darin, an persönliche Daten für einen anschließenden Weiterverkauf zu kommen oder direkt Kasse zu machen. So liegen den Gewinnbenachrichtigungen häufig Kataloge samt Bestellschein bei und dem Gewinner wird versprochen, dass sein Gewinn zusammen mit der Bestellung geliefert wird. Beliebt ist auch die Benachrichtigung über eine gewonnene Reise.

Diese kann aber recht schnell sehr teuer werden, denn die Kosten für eine Begleitperson, Bearbeitungsentgelte, Eintritte bei Ausflügen und Saisonzuschläge werden dem Gewinner in Rechnung gestellt. Eine andere häufige Masche ist, dass die Gewinner zu einer Veranstaltung eingeladen werden, während der die Gewinne angeblich übergeben werden sollen. Die Kosten für die Anreise, eine eventuelle Übernachtung, Essen und Trinken muss der Gewinner aber oft selbst tragen und die angebliche Gewinnveranstaltung entpuppt sich üblicherweise als reine Verkaufsveranstaltung.

Typisch ist auch, dass die Gewinner dazu aufgefordert werden, sich an eine Hotline mit teurer Rufnummer zu wenden, um weitere Informationen zu erhalten und die Gewinnabwicklung zu besprechen. Solchen dubiosen Geschäftspraktiken hat der Europäische Gerichtshof einen Riegel vorgeschoben. So urteilten die Richter, dass jemand, der etwas gewonnen hat, nichts für seinen Gewinn bezahlen muss, weder in Form von Porto- oder Rückrufkosten noch in Form von Zuschlägen oder irgendwelchen Gebühren.

Außerdem ist Werbung mit Gewinnversprechen irreführend und es ist verboten, den Erhalt des versprochenen Gewinns von einem Kauf oder einer anderen Zahlung abhängig zu machen (Az.: C-428/11). Bis die europaweit gültigen Regeln aber greifen und unseriöse Gewinnfirmen ihre Praktiken einstellen, kann noch viel Zeit vergehen.

Hier daher die wichtigsten Infos und Tipps,
um nicht auf dubiose Gewinnmitteilungen hereinzufallen, in der Übersicht:
 

1. Nichts bezahlen.

Ein echter Gewinn kennzeichnet sich dadurch, dass der Glückspilz seinen Gewinn komplett kostenfrei erhält. Sämtliche Kosten, angefangen bei dem Produkt oder der Leistung selbst bis hin zum Versand, trägt derjenige, der den Gewinn zur Verfügung stellt oder sich um die Abwicklung des Gewinnspiels kümmert.

Daher sollte der vermeintliche Gewinner niemals irgendwelche Zahlungen leisten, beispielsweise wenn ein Barbetrag per Vorkasse gefordert wird oder wenn sich der Gewinn angeblich in einem Paket, das per Nachnahme zugestellt wird, befinden soll.

Vorsicht ist außerdem geboten, wenn die Bankverbindung verlangt wird. Um Sachgewinne auszuhändigen, ist weder die Bankverbindung noch eine Einzugsermächtigung erforderlich. Geld, das der vermeintliche Gewinner bezahlt hat oder das von seinem Konto abgebucht wurde, ist in den meisten Fällen verloren und auf seinen Gewinn wird er vergeblich warten.  

2. Keine teuren Telefonnummern anrufen.

In dubiosen Gewinnbenachrichtigungen ist häufig eine Telefonnummer angegeben, die der Gewinner anrufen soll, wenn er seinen Gewinn entgegennehmen möchte. Unter der genannten Rufnummer sollen angeblich die Details der Gewinnabwicklung geklärt und mögliche Fragen des Gewinners beantwortet werden. Mitunter wird auch darauf hingewiesen, dass der Gewinner innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens anrufen muss, weil sein Gewinn andernfalls verfällt.

Gleichzeitig wird teilweise ein Zusatzgewinn versprochen, wenn sich der Gewinner besonders schnell zurückmeldet. Der Haken an der Sache ist, dass es sich bei den Telefonnummern üblicherweise um 0900- oder 0137-Nummern handelt, die mit bis zu drei Euro pro Minute zu Buche schlagen.

Der Anrufer wird dann mit irgendwelchen allgemeinen Aussagen oft möglichst lange in der Leitung gehalten, statt eines Gewinns erhält er aber letztlich meist nur eine saftige Telefonrechnung. 

3. Keine persönlichen Daten angeben.

Schwarze Schafe nutzen Gewinnmitteilungen, um sich Namen, Anschriften, Telefonnummern, Geburtsdaten und andere persönliche Informationen zu beschaffen, die sie anschließend weiterverkaufen können. Häufig findet sich irgendwo im Kleingedruckten sogar der Hinweis darauf, dass sich der Gewinner damit einverstanden erklärt, dass seine Daten zu Werbezwecken verwendet und an Dritte weitergegeben werden dürfen.

Ist der vermeintliche Gewinner großzügig mit den Daten zu seiner Person, muss er also damit rechnen, dass er bald noch viele weitere angebliche Gewinnbenachrichtigungen und andere Werbesendungen erhalten wird. Ratsam ist daher, generell nur solche Angaben zu machen, die tatsächlich notwendig erscheinen.   

4. Auf die Absenderangaben achten.

Sehr wichtig ist, darauf zu achten, dass eine vollständige Adresse angegeben ist. Dubiose Gewinnfirmen machen häufig gar keine Absenderangaben, führen eine Adresse im Ausland auf oder nennen lediglich irgendeine Postfachadresse. Der vermeintliche Gewinner hat dadurch praktisch keine Chance, seine Ansprüche durchzusetzen.

Gleiches gilt für Ware, die ihm zugeschickt wurde. Teilweise werden solche Gewinnpakete per Nachnahme verschickt, teilweise werden Produkte beigelegt, die der Gewinner angeblich zusätzlich bestellt hat und nun bezahlen soll. Einfach zurückschicken kann der Gewinner die Ware wegen der fehlenden oder falschen Adresse aber häufig nicht.

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