Briefe richtig knicken – so geht’s, Teil 2

Briefe richtig knicken – so geht’s, Teil 2

Natürlich sind bei einem Brief vor allem die Inhalte entscheidend. Doch auch die Optik ist nicht ganz unwichtig. Schließlich sieht es nicht besonders ansprechend aus, wenn das Papier lauter Knicke und Falten aufweist oder eher an Origami erinnert als an ein Schreiben. Nur muss ein Brief eben gefaltet werden, damit er in den Briefumschlag passt und sich auf den Weg machen kann.

Briefe richtig knicken - so geht's, Teil 2

Doch damit stellt sich die Frage, welche Falttechnik sich für Briefe eignet. Genau dieser Frage gehen wir in einem zweiteiligen Ratgeber nach.

Dabei sind wir in Teil 1 auf das gängige Papierformat eingegangen und haben gezeigt, wie sich Briefe für Versandtaschen und für Briefumschläge im Format C 6 falten lassen.

Weiter geht’s mit Teil 2!:

Briefe für Kuverts im Format DIN lang richtig knicken

In Büros werden in erster Linie Briefumschläge im Format DIN lang verwendet. Denn sie sind optimal auf Schreiben abgestimmt, die mit den üblichen Textverarbeitungsprogrammen am Computer erstellt und für den Versand von Maschinen gefalzt werden. Ein Umschlag im Format DIN lang ist 110 x 220 mm groß und sowohl mit als auch ohne Sichtfenster erhältlich.

Damit ein Blatt Papier im Format DIN A4 in den Umschlag passt, muss es auf ein Drittel gefaltet werden. Und dabei gibt es zwei Möglichkeiten, nämlich den Zick-Zack- und den Wickelfalz.

In beiden Fällen wird der Brief zweimal waagerecht geknickt. Beim Zick-Zack-Falz liegen die Papierlagen dann hintereinander und bilden dadurch ein Z. Im Unterschied dazu werden die Papierlagen beim Wickelfalz aufeinander geklappt.

Welche Variante es wird, bleibt letztlich dem eigenen Geschmack überlassen. Bei Briefen ist der Zick-Zack-Falz zwar gängiger, während der Wickelfalz eher bei Flyern und Werbeprospekten angewendet wird. Doch beide Falttechniken gehen in Ordnung.

Nur ist es mitunter gar nicht so einfach, ein Blatt Papier in drei ungefähr gleichgroße Teile zu knicken. Zumal bei einem Kuvert mit Sichtfenster noch erschwerend dazukommt, dass die Adresse des Empfängers richtig positioniert sein muss.

Aber keine Sorge: Wir verraten Tipps und Tricks, wie es klappt!

  1. Falzmarken setzen

Das spätere Knicken des Briefes wird sehr viel einfacher, wenn die Werkzeuge des Schreibprogramms zum Einsatz kommen. Konkret geht es hier um die sogenannten Falzmarken, die manchmal auch als Faltmarken bezeichnet werden. Die Falzmarken sind zwei kleine, dünne Striche am linken Blattrand. Sie zeigen an, wo der Brief geknickt werden muss.

Bei geschäftlichen Briefen legt die DIN 5008 die Position der Falzmarken fest. Dabei berücksichtigt die DIN auch die Höhe des Briefkopfes. Denn je nachdem, ob der Briefkopf schmal oder hoch ist, verschiebt sich das Adressfeld des Empfängers.

Deshalb muss die Falzmaschine den Brief etwas anders knicken, damit die Adresse im Sichtfenster des Umschlags erscheint.

Bei eigenen Briefen ist es ratsam, sich für die Position der Falzmarken an der Form B der DIN 5008 zu orientieren.

Demnach werden

  • die obere Falzmarke bei 10,5 cm, gemessen ab dem oberen Blattrand,

  • und die untere Falzmarke 10,5 cm unterhalb der oberen Falzmarke, also auf einer Höhe von 21 cm,

gesetzt. Sinnvoll ist zudem, auch gleich die Seitenränder des Textdokuments anzupassen. Wird der linke Seitenrand auf 2,5 cm und der obere Seitenrand auf 5 cm eingestellt, erscheint die Empfängeradresse später automatisch gut lesbar im Sichtfenster des Umschlags.

  1. Einen anderen Brief als Muster nehmen

Sicherlich findet sich im Haushalt ein Schreiben, das in einem DIN lang Umschlag angekommen ist. Dieses Schreiben kann als Muster verwendet werden. Dafür wird der eigene Brief auf das Musterschreiben gelegt. Anschließend werden beide Papiere genommen und das Musterschreiben an den vorhandenen Faltkanten zusammengelegt. Auf diese Weise wird der eigene Brief mitgeknickt.

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Etwas ordentlicher wird die Faltung, wenn mit einem Lineal gearbeitet wird. Auch hier werden der eigene Brief und das Musterschreiben gerade aufeinandergelegt.

Dann wird das Lineal so platziert, dass es an der Faltkante des Musterschreibens verläuft. Nun wird der Brief am Lineal entlang nach oben geknickt, das Lineal herausgezogen, das Papier ganz umgelegt und die Kante fest gestrichen. Das Ganze wird danach mit der zweiten Faltkante wiederholt.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Briefumschlag als Schablone zu nutzen. Dazu wird das Kuvert mittig unter den Brief gelegt. Die Vorderseite des Briefs zeigt dabei nach oben. Jetzt wird die untere Kante des Papiers so weit nach oben gefaltet, dass sie ungefähr auf der gleichen Höhe verläuft wie die Oberkante des Umschlags. Danach wird der Brief umgedreht und seine obere Kante nach unten geknickt.

  1. Die Faltungen abmessen

Sehr akkurat lässt sich ein Brief knicken, wenn die drei Felder abgemessen werden. Ein DIN A4 großes Blatt ist 210 x 297 mm groß. Wird die Höhe gedrittelt, ergibt das 99 mm pro Feld.

Die Anleitung fürs Falten lautet dann wie folgt:

  • Der Brief wird mit der Rückseite nach oben hingelegt.

  • Nun werden von der Oberkante aus 99 mm und 198 mm abgemessen. Die beiden Punkte werden an einem Seitenrand dünn mit Bleistift markiert.

  • Dann wird die Unterkante des Papiers zu zwei Dritteln nach oben geklappt. Damit verläuft die Faltkante auf der Höhe der oberen Markierung.

  • Wenn die Seitenkanten des Papiers gerade und bündig aufeinanderliegen, kann das Papier glattgestrichen werden.

  • Anschließend wird die Oberkante des Briefs nach unten geklappt. Die untere Markierung gibt hier die Position der Faltkante vor.

Damit ist der Brief ordentlich geknickt und kann in den Umschlag gesteckt werden.

  1. Frei Hand knicken

Wer regelmäßig Briefe faltet oder öfter bastelt und ein ganz gutes Gefühl für Papier hat, kann sein Schreiben natürlich auch frei Hand knicken.

Dazu wird das Papier in die Hand genommen und lose zu einer Welle gelegt. Wenn die Seitenkanten gerade aufeinanderliegen, wird das Blatt glatt gestrichen. So ist der Brief im Zick-Zack-Falz geknickt.

Für den Wickelfalz wird das Papier locker aufgerollt. Anschließend wird das Papier so ausgerichtet, dass die Seitenkanten übereinanderliegen und die Papierlagen in etwa gleichgroß sind.

Wichtig ist außerdem, dass der Blattrand, der sich außen auf der Rolle befindet, an der Seite verläuft. Die Kante darf nicht mittig auf der Rolle sein. Jetzt muss die Papierrolle nur noch zusammengedrückt und glattgestrichen werden. Fertig!

Briefe knicken 2

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