Den Stromanbieter wechseln – Infos, Tipps und Briefvorlage, Teil 2

Den Stromanbieter wechseln – Infos, Tipps und Briefvorlage, Teil 2

Ein Wechsel des Stromanbieters kann sich lohnen. Denn ähnlich wie bei Versicherungen oder im Mobilfunk ist auch der Strommarkt hart umkämpft. Und die Konkurrenz führt dazu, dass die Stromanbieter regelmäßig neue, attraktive Tarife anbieten.

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Den Stromanbieter wechseln - Infos, Tipps und Briefvorlage, Teil 2

Anders als oft befürchtet, ist ein Wechsel des Stromversorgers nicht sehr kompliziert oder aufwändig. Das liegt auch daran, dass der alte und der neue Stromlieferant vieles unter sich regeln. Ein paar Kleinigkeiten sollte der Verbraucher aber trotzdem wissen und beachten.

Wir haben einen mehrteiligen Ratgeber mit den wichtigsten Infos und Tipps rund um den Wechsel des Stromanbieters erstellt. Dabei ging es in Teil 1 um die häufigsten Gründe für einen Wechsel und die mögliche Ersparnis. Außerdem haben wir erklärt, wann der Verbraucher welche Art von Stromkunde ist.

Jetzt, in Teil 2, schauen wir uns den Wechsel als solches näher an. Inzwischen gibt es verschiedene Dienstleister, die sich darauf spezialisiert haben, den Verbraucher beim Stromanbieterwechsel zu unterstützen.

Sie kümmern sich um alles Notwendige, damit der bisherige Vertrag gekündigt und der neue Vertrag abgeschlossen wird. Aber eigentlich kann der Verbraucher gut auf solche Dienstleistungen verzichten.

Denn in wenigen Schritten ist alles erledigt:

Schritt 1: Die notwendigen Daten zurechtlegen.

Am besten sucht der Verbraucher seine letzte Jahres-Abrechnung heraus. Darauf ist angegeben, wann er den Vertrag kündigen kann und welche Frist er bei einer Kündigung einhalten muss.

Stellt sich heraus, dass der Verbraucher den Stromanbieter erst in drei Monaten oder noch später wechseln kann, sollte er mit seinem Vorhaben etwas abwarten. Bis dahin kann sich auf dem Strommarkt nämlich viel tun, so dass sich dann auch die Tarife verändern.

Ist der Verbraucher kürzlich umgezogen oder möchte er zum allerersten Mal den Stromanbieter wechseln, ist er höchstwahrscheinlich Haushaltskunde in der Grundversorgung. In diesem Fall muss er keinen besonderen Kündigungstermin beachten, sondern kann jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Damit der Verbraucher Stromtarife miteinander vergleichen kann, muss er neben der Postleitzahl seinen jährlichen Stromverbrauch kennen. Wie hoch sein Stromverbrauch war, steht auf der Abrechnung. Hat der Verbraucher keine Abrechnung für ein ganzes Jahr, kann er den Wert hochrechnen.

Anders als der Gasverbrauch ist der Stromverbrauch nämlich das ganze Jahr über ziemlich gleichmäßig. Deshalb kann der Verbraucher den Zeitraum auf seiner Abrechnung als Grundlage nehmen, den Stromverbrauch durch die Anzahl der Monate teilen und dann mit zwölf multiplizieren.

Hat der Verbraucher noch keine Daten oder kann er die Abrechnung nicht finden, kann er auch mit den Standardwerten der Vergleichsportale rechnen. Beim Strom orientieren sich die Standardwerte an der Anzahl der Bewohner eines Haushalts.

Schritt 2: Einen neuen Stromtarif aussuchen.

Hat der Verbraucher seine Daten zur Hand, kann er die Suche nach einem neuen Stromtarif starten. Am besten nutzt er dazu Online-Vergleichsportale. Sie listen übersichtlich die Tarife verschiedener Anbieter auf.

Allerdings ist wichtig, dass der Verbraucher die Filter für seine Suche richtig einstellt. Andernfalls schränken die Filter die Sucherergebnisse zu sehr ein oder der Verbraucher sieht andersherum jede Menge Stromtarife, die nicht in Frage kommen. Beides erschwert den Vergleich unnötig.

Bewährt haben sich grundsätzlich folgende Einstellungen:

  • Dauer der ersten Vertragslaufzeit höchstens ein Jahr und danach weitere Verlängerungen um je einen Monat

  • Kündigungsfrist von maximal einem Monat

  • Preisangabe ohne Bonus; wird der Bonus nicht in den Preis eingerechnet, kann der Verbraucher besser einschätzen, wie teuer der Tarif tatsächlich ist. Außerdem weiß er, welche Kosten nach dem Wegfall des Bonus in einer zweiten Laufzeit auf ihn zukommen.

  • pro Anbieter nur ein Tarif

Außerdem sollte der Verbraucher die Häkchen bei “hohe Kundenempfehlungsquote” und “nur mit direkter Wechselmöglichkeit” entfernen. Andere Kunden können nur für die Tarife eine Empfehlung aussprechen, für die das Vergleichsportal eine Provision vom Stromanbieter bekommt.

Bei der direkten Wechselmöglichkeit werden die Stromtarife ausgefiltert, die der Verbraucher nicht über das Vergleichsportal, sondern nur beim Stromanbieter selbst abschließen kann. Beide Einstellungen schränken die Ergebnisse deshalb unnötig ein.

Hat der Verbraucher einen geeigneten Stromtarif gefunden, sollte er sich diesen vormerken und noch bei mindestens einem zweiten Portal einen weiteren Vergleich durchführen.

Denn die verschiedenen Vergleichsportale listen nicht immer alle Stromanbieter auf. Außerdem gibt es immer mal wieder exklusive Angebote, die der Verbraucher nur über das jeweilige Portal abschließen kann.

Die Online-Vergleichsrechner haben in erster Linie die Funktion als Vermittler zwischen dem Kunden und dem Stromanbieter. Den Stromvertrag schließt der Verbraucher deshalb nicht mit dem Portal, sondern immer direkt mit dem Stromversorger ab.

Aus diesem Grund sollte er die Merkmale des ausgewählten Stromtarifs speichern. Dazu kann er zum Beispiel einen Screenshot erstellen. Sollte es später Abweichungen geben, kann der Verbraucher den Stromversorger auf das Werbe-Angebot hinweisen.

Ein Wort zur Preisgarantie

Wirbt ein Stromanbieter mit einer Preisgarantie für seinen Tarif, sollte der Verbraucher genau hinschauen. Denn bei den Preisgarantien sind gesetzlich regulierte Bestandteile des Strompreises oft ausgeschlossen. Zu diesen Bestandteilen gehören unter anderem Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen.

Wenn sich hier etwas ändert, kann der Stromanbieter die Preise erhöhen, weil die Preisgarantie nicht greift. Ausgerechnet beim Strom können die gesetzlich regulierten Bestandteile aber bis zu 80 Prozent des Strompreises ausmachen.

Auf der anderen Seite ist die Beschaffung von Energie in den vergangenen Jahren konstant teurer geworden. Eine Preisgarantie verhindert, dass der Stromanbieter seine höheren Kosten an den Verbraucher weitergibt.

Deshalb gilt unterm Strich:

Schließt ein kostengünstiger Stromtarif eine umfangreiche Preisgarantie mit ein, ist die Garantie ein vorteilhaftes Extra. Wird der Tarif durch eine Preisgarantie aber vergleichsweise teuer oder wählt der Verbraucher sowieso einen Tarif mit einer kurzen Laufzeit, kann er auf die Garantie verzichten.

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Hier schreiben Carmen Dutzke, 38 Jahre, Geschäftsinhaberin von einem Druck-, Copy- und Bastelzubehör Shops, Heinrich Bartels, 44 Jahre und Rechtsberater, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite. Neben Anleitungen und Informationen zu sämtlichen Arbeiten mit Papier, geben wir Basteltipps und Vorlagen für Briefe zu Behörden, Verträgen und was noch so im Schriftverkehr anfällt.

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